Südliche Autobahn
UdK/HAU Berlin, 2008
Raststätten sind die einzige Ausnahme vom Halteverbot auf der Autobahn, exemplarische Orte unserer mobilen Gesellschaft: in sich abgeschlossene Blasen, abgespart von der Landschaft, öffentliche Areale des Konsums und alltäglicher, existenzieller Verrichtungen. Auf Raststätten verlieren wir Zeit. Wir bremsen kurz runter, regenerieren Mensch und Maschine für die Weiterfahrt, beschleunigen dann wieder auf die Mindestgeschwindigkeit und fädeln uns ein, zurück in den Strom. In der tagebuchartigen Chronik „Die Autonauten auf der Kosmobahn“ (1984) dokumentiert Julio Cortázar gemeinsam mit seiner Frau Carol Dunlop eine außergewöhnliche, zeitlose Reise – weniger von Paris nach Marseille, als vielmehr von Raststätte zu Raststätte.
Aufgetankt mit Texten und Motiven des argentinischen Meistererzählers, dessen bekannteste Kurzgeschichte „Teufelsgeifer“ die Vorlage für Antonionis Film „Blow up“ war, fährt ein Berliner Reisebus der Wirklichkeit hinterher, um sie an geeigneter Stelle zu überholen.
“Südliche Autobahn. Eine musiktheatrale Reise an die Berliner Peripherie – nach Motiven von Julio Cortázer” entstand unter der Leitung von Daniel Ott in den Jahren 2007/2008 an der UdK Berlin.
Dramaturgie von Jutta Wangemann
Konzeptuelle Mitarbeit und Medien-Installationen von Sebastian und Judith Klapper
Musik-Performance von Josa
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